Eine Hochzeitsseite kostet entweder gar nichts, jeden Monat etwas oder einmal etwas. Welches Modell am Ende günstiger ist, entscheidet sich fast nie am Startpreis, sondern an dem, was erst nach der Anmeldung sichtbar wird. Hier stehen die drei Varianten nebeneinander, mit den Posten, die auf Preisseiten gern fehlen, und einer Rechnung über zwölf Monate.
Modell 1: kostenlos
Kostenlos heißt selten, dass niemand etwas verdient. Meistens zahlt ihr mit Aufmerksamkeit, mit eurer Adresse oder mit fehlenden Funktionen. Das ist nicht automatisch schlecht, ihr solltet nur vorher wissen, worauf ihr euch einlasst.
- Werbung auf eurer Seite. Anzeigen oder ein Banner "erstellt mit ..." stehen oft genau dort, wo es weh tut: unter dem Ablauf des Tages oder direkt über dem Antwortformular.
- Eine fremde Adresse. Statt eines kurzen Namens bekommt ihr eine lange Subdomain mit dem Markennamen des Anbieters darin. Das steht später auf der Einladung, auf dem Schild im Eingang und auf dem QR-Code.
- Funktionsgrenzen. Typisch sind eine Obergrenze bei den Rückmeldungen, kein Passwortschutz, keine getrennten Gästegruppen und kein Export der Gästeliste. Genau die Dinge, die man drei Wochen vor der Hochzeit braucht.
- Unklare Laufzeit. Manche kostenlosen Seiten werden nach einer Zeit ohne Aktivität abgeschaltet, samt Fotoalbum und Gästebuch.
Der eigentliche Kostenpunkt ist der Wechsel. Wenn ihr vier Monate lang Texte, Fotos und Adressen eingepflegt habt und dann an eine Grenze stoßt, zahlt ihr das zweite Werkzeug trotzdem voll und pflegt alles noch einmal ein. Ein kostenloser Start ist deshalb vor allem dann sinnvoll, wenn ihr klein feiert und wirklich nur eine Info-Seite mit Datum und Adresse braucht.
Modell 2: Abo
Ein Abo sieht auf der Preisseite am harmlosesten aus, weil der Betrag pro Monat klein ist. Die Falle liegt in der Dauer. Die meisten Paare legen ihre Seite zwölf bis achtzehn Monate vor der Hochzeit an, weil Save the Date früh raus soll, und lassen sie danach noch ein paar Monate online, wegen der Fotos. Aus "ein paar Euro im Monat" werden so schnell anderthalb Jahre Laufzeit.
Dazu kommen zwei Dinge, die man leicht übersieht. Erstens endet mit dem Abo auch die Seite: Wenn ihr nach der Hochzeit kündigt, verschwinden in der Regel Fotoalbum und Gästebuch mit. Zweitens vergisst man die Kündigung. Nach der Hochzeit ist Hochzeitsplanung das letzte Thema, das man freiwillig öffnet, und ein Jahresabo, das sich automatisch verlängert, kostet dann ein komplettes zweites Jahr.
Wenn ihr euch für ein Abo entscheidet, tragt euch am Tag der Anmeldung eine Erinnerung zum Kündigen in den Kalender, zwei Wochen vor dem Verlängerungsdatum. Das ist der wirksamste Spartipp in diesem ganzen Artikel.
Modell 3: Einmalzahlung
Einmal zahlen und fertig passt gut zu einer Hochzeit, weil eine Hochzeit selbst ein einmaliges Projekt ist. Ihr wisst am ersten Tag, was die Seite kostet, und die Zahl ändert sich nicht, wenn die Planung länger dauert als gedacht oder wenn dreißig Gäste mehr dazukommen.
Blind vertrauen solltet ihr aber auch hier nicht. Prüft vor dem Kauf drei Punkte: Gilt der Preis für die komplette Seite oder nur für eine Grundversion, bei der wichtige Funktionen extra kosten? Wie lange bleibt die Seite nach der Hochzeit erreichbar? Und gibt es Nachzahlungen, wenn die Gästeliste wächst? Ein einmaliger Preis mit drei Zusatzpaketen ist am Ende ein Abo mit anderem Namen.
Ein ehrliches Rechenbeispiel über zwölf Monate
Nehmen wir ein realistisches Szenario. Ihr legt die Seite zwölf Monate vor der Hochzeit an und lasst sie drei Monate danach online, damit Gäste ihre Fotos hochladen können. Das sind fünfzehn Monate Nutzung.
- Kostenlos: 0 € für die Seite. Stoßt ihr im achten Monat an eine Grenze, zum Beispiel bei den Rückmeldungen oder beim Passwortschutz, kommt der volle Preis des zweiten Anbieters dazu plus ein Abend Arbeit für den Umzug aller Inhalte.
- Abo für 9 € im Monat: 15 x 9 = 135 €. Bei 12 € im Monat sind es 180 €. Vergesst ihr die Kündigung um drei Monate, landet ihr bei 162 € beziehungsweise 216 €. Bei einem Jahresabo mit automatischer Verlängerung kann derselbe Fehler ein ganzes zweites Jahr kosten.
- Einmalzahlung von 99 €: 99 €, egal ob ihr die Seite zehn oder achtzehn Monate nutzt und egal wie viele Gäste antworten.
Der Kipppunkt liegt niedriger, als man denkt. Ab etwa dem elften Monat ist ein Abo für 9 € teurer als eine einmalige Zahlung von 99 €, und elf Monate sind für eine Hochzeitsplanung nicht lang. Rechnet also nicht mit dem Monatspreis, sondern mit eurer echten Laufzeit vom ersten Entwurf bis zum letzten hochgeladenen Foto.
Kosten, die in jedem Modell dazukommen
Unabhängig vom Anbieter gibt es zwei Posten, die ihr einplanen solltet. Eine eigene Domain kostet bei einem Registrar meist einen niedrigen zweistelligen Betrag pro Jahr, je nach Endung. Das lohnt sich vor allem, wenn die Adresse gedruckt wird, denn eine kurze Domain liest sich auf einer Karte deutlich besser als eine lange Subdomain.
Der zweite Posten ist Druck und Porto. Hundert gedruckte Save-the-Date-Karten mit Umschlag und Briefmarke kosten schnell mehr als die Website selbst, und jede Adressänderung bedeutet nachdrucken. Viele Paare kombinieren deshalb beides: eine gedruckte Einladung für die engste Familie und ein digitales Save the Date für alle anderen, das per WhatsApp oder E-Mail verschickt wird und direkt auf die Seite führt.
Fragen, die ihr vor der Anmeldung klärt
Diese Liste beantwortet ihr in zehn Minuten und sie verhindert die meisten bösen Überraschungen.
- Steht Werbung oder ein fremdes Logo auf der veröffentlichten Seite, und falls ja, wo genau?
- Wie lautet die Adresse im günstigsten Tarif, und könnt ihr sie später ändern?
- Welche Funktionen sind begrenzt? Fragt konkret nach Rückmeldungen, Gästegruppen, Passwortschutz und Export.
- Was passiert nach der Hochzeit mit Fotoalbum und Gästebuch?
- Wie und bis wann kündigt man, und verlängert sich der Vertrag automatisch?
- Gibt es Grenzen bei Gästen, Seiten oder Speicherplatz, und was kostet es, darüber hinauszugehen?
Wenn die Preisseite das nicht beantwortet, schreibt kurz an den Support. Eine Formulierung, die funktioniert:
Hallo, wir heiraten am 12. September und möchten unsere Seite schon jetzt anlegen. Bleiben Fotoalbum und Gästebuch nach dem Termin erreichbar, und wenn ja, wie lange und zu welchem Preis? Gibt es im gewählten Tarif eine Obergrenze für Rückmeldungen?
Die Antwort sagt euch zwei Dinge: was die Seite wirklich kostet und wie der Anbieter mit Fragen umgeht, wenn es später einmal eilig wird.
Welches Modell passt zu euch
- Kleine Feier, wenig Gäste, kurze Planung: Eine kostenlose Seite reicht oft, solange ihr mit der langen Adresse und ohne Passwortschutz leben könnt.
- Lange Planung, viele Gäste, mehrere Gruppen: Rechnet das Abo über eure echte Laufzeit durch, inklusive der Monate nach der Hochzeit. Meist ist eine Einmalzahlung günstiger und ihr müsst an nichts mehr denken.
- Ihr wollt Ruhe: Einmal zahlen, Kalender frei von Kündigungsfristen, kein zweites Werkzeug mitten in der Planung.
So rechnet TrauSeite
Bei uns testet ihr sieben Tage kostenlos und zahlt danach 99 € einmalig, ohne Abo und ohne Verlängerung. Enthalten sind die Vorlagen samt Blockeditor, eine eigene Subdomain (optional eine eigene Domain), das Antwortformular mit euren eigenen Fragen, die Gästeliste mit Gruppen, Essenswünschen und Allergien, Gästegruppen mit eigenem Zugang und Passwort, Tagesablauf mit Druckansicht, Fotoalbum mit QR-Code, Gästebuch, Checkliste, Budgetübersicht, Sitzplan, Geschenkeliste und der E-Mail-Versand an eure Gästeliste. Anzeigen gibt es keine.
Wenn ihr wissen wollt, wie so eine Seite konkret entsteht, findet ihr die Schritte auf der Seite zum Erstellen einer eigenen Hochzeitswebsite, und wenn ihr lieber erst die Zahlen in Ruhe nachlesen möchtet, steht auf unserer Kostenseite, was im Preis enthalten ist und was nicht.
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